Sessions

Für die Tagung 2021 sind folgende Sessions vorbereitet:

Themen der DBG-Jahrestagung 2021 in Trier  -  Wissenschaftliches Programm

Zu folgenden Schwerpunktthemen der Kommissionen und AGs können Beiträge, in deutscher und englischer Sprache, angemeldet werden. Eine Beschreibung der Inhalte der Sessions wird in der nächsten Woche (45 KW) nachgereicht.:

 

Kommission I (Bodenphysik und Bodenhydrologie)

 

K I

Bodenstruktur und Bodenfunktionen 
Die kleinskalige Struktur des Bodens hat einen großen Einfluss auf wichtige Bodenfunktionen, wie Humusstabilisierung, Wasserspeicherung, Pflanzenertrag, Biodiversität, uvm. Gleichzeitig wird die Bodenstruktur durch eine Vielzahl von biotischen und abiotischen Prozessen beeinflusst. In dieser Session wird dieses Wechselspiel von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Mögliche Frage­stellungen sind Managementeffekte, Bodenstabilität, kleinskalige Prozesse, Boden-Pflanzen­interaktionen uvm.Die kleinskalige Struktur des Bodens hat einen großen Einfluss auf wichtige Bodenfunktionen, wie Humusstabilisierung, Wasserspeicherung, Pflanzenertrag, Biodiversität, uvm. Gleichzeitig wird die Bodenstruktur durch eine Vielzahl von biotischen und abiotischen Prozessen beeinflusst. In dieser Session wird dieses Wechselspiel von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Mögliche Frage­stellungen sind Managementeffekte, Bodenstabilität, kleinskalige Prozesse, Boden-Pflanzen­interaktionen uvm.

K I mit K IV, AG Bodengase

Modellierung von Bodenprozessen über Skalengrenzen: Parameterschätzung, Unsicher­heiten, Datenassimilierung
In dieser Session liegt das Hauptaugenmerk auf methodischen Verbesserungen von Modellen. Wichtige Aspekte hierbei sind Parameterschätzung, Unsicherheitsanalysen, Modell-Datenintegration, Datenassimilierung z.B. von Fernerkundungsdaten, uvm.

K I

Freie Themen / Neuere Entwicklungen in der Bodenphysik
Gibt es neue Entwicklungen in der Bodenphysik, die in den nächsten Jahren an Bedeutung zunehmen werden? Das kann neue Messmethoden aber auch neue Themenfelder betreffen, die z.B. auch auf eine engere Zusammenarbeit mit anderen Kommissionen zuläuft.

K I mit AG Waldböden und K IV

Stoff-, Wasser- und Energieflüsse und -vorräte in (A) Agrarökosystemen: Prozesse – Methoden – Monitoring – Modellierung (Teil-Session; s. auch K II)

AG 3 4D Bodenmodell

3D-Bodenmodelle und Methoden zur Erstellung von Bodenmodellen
Für diese Session werden Beiträge erbeten, die sich mit 3D Bodenmodellen und Methoden zur Erstellung von Bodenmodellen beschäftigen; willkommen sind zudem Arbeiten in denen Modelle zur Quantifizierung der Verlagerung und der räumlichen Verteilung der Bodenfestphase entwickelt und verwendet werden. Die Kenntnisse der 3D räumlich verteilten und (4D) zeitlich veränderlichen Böden in der Landschaft werden u.a. für eine verbesserte numerische Simulation der Bodenfunktionen benötigt, um die Produktivität (z.B. als Pflanzenstandort) und Umweltwirkung (z.B., Wasserhaushalt, Stoffumsatz) einschätzen zu können. Langfristiges Ziel von Bodenmodellen ist die quantitative Erfassung (3D) und die Vorhersage von Veränderungen, um die Dynamik von Bodenlandschaften (4D) beschreiben zu können.

 

Kommission II (Bodenchemie)

K II mit K III

Schadstoffe, Nanomaterialen und Plastikrückstände in Böden: Nachweis, Verhalten und Wirkung in Böden

Unsere Böden werden beinahe allen Schadstoffen ausgesetzt, die in die Umwelt gelangen. Böden kontrollieren entscheidend die Ausbreitung, Transformation und Wirkung dieser Stoffe. Die Sitzung bietet ein Forum, das Vorkommen, das Verhalten und die Effekte von Schadstoffen in Böden zu präsentieren und zu diskutieren. Böden sind die wichtigste Senke für anthropogene Nanomaterialien und Plastikrückstände, wie Mikroplastik. Unser Kenntnisstand zu Konzentrationen, Verhalten und Wirkung von anthropogenen Nanomaterialien und Plastikrückständen in Böden wächst schnell. Die Sitzung lädt dazu ein, die neuesten Erkenntnisse dieses dynamischen Forschungsfeldes zu teilen.

K II mit K I, K III, K VII

Unterböden
Die Erforschung, die Bewertung und das Management von Böden sind häufig auf die obersten Bodenhorizonte fokussiert. Es wird jedoch zunehmend deutlich, dass B- und C-Horizonte der Unterböden eine entscheidende Rolle in Stoffkreisläufen und Wasserhaushalt von Ökosystemen spielen. Deshalb werden Unterböden vermehrt auch in die Entwicklung von Strategien eines nachhaltigen Managements von Böden einbezogen. Die Sitzung führt Beiträge zusammen, die sich gezielt den Unterböden widmen.

K II mit K III, K IV

Phosphorformen und -flüsse in Ökosystemen als Resultat biologischer und physiko­chemischer Prozesse

Phosphor (P) ist als essentielles Nährelement ein Schlüsselfaktor für die Produktivität und Stabilität von Ökosystemen. Interaktionen und Rückkoppelungen zwischen biologischen und physiko­chemischen Prozessen kontrollieren den P-Kreislauf und beeinflussen die Gewässerqualität. Die Sitzung bündelt Beiträge zum Element P für einen Austausch über die Grenzen von Projekten und Disziplinen hinweg.

K II mit K III

Soil organic matter
The organic soil substance has a decisive influence on the development and properties of soils and thus their functions as living space, plant location, regulator of material cycles and water cycle as well as filters and buffers. The session provides an overview of new findings on soil organic matter.

K II

Freie Themen: Fortschritte der Bodenchemie
Unter den freien Themen aus der Bodenchemie bitten wir um die Einreichung von Vortrags- und Posterbeiträgen zu bodenchemischen Themen, die sich nicht einem der speziellen Symposien zuordnen lassen, wie zum Beispiel neue Messtechniken.

AG Waldböden mit K I, K IV

Stoff-, Wasser- und Energieflüsse sowie -vorräte in (B) Waldökosystemen: Prozesse – Methoden – Monitoring – Modellierung (Teil-Session; s. auch K I)

Ökosysteme sind charakterisiert durch typische Stoffflüsse und -vorräte. Das Verständnis und die Quantifizierung von Kohlenstoff-, Nährstoff- und Schadstoffpools und -flüssen sowie der Stoffaustausch zwischen Boden angrenzenden Ökosystemkompartimenten sind für ein umfassendes Ökosystemverständnis von großer Bedeutung.

Hierfür ist das Verständnis, die messtechnische Erfassung und die modellhafte Abbildung klassischer bodenhydrologische Phänomene wichtig, wie z.B. präferenzieller Fluss und Transport, hydraulisches Ungleichgewicht, und die Erfassung hydraulischer Eigenschaften. Beiträge zu allen Teilprozessen der Wasserhaushaltsbilanz (Evapotranspiration, GW-Neubildung, etc.) sind willkommen.

Böden unterliegen Veränderungen, gewollt oder ungewollt. So ändern sich Kohlenstoff, Stickstoff- und Nährstoffvorräte nicht nur in Agrarböden sondern selbst in wenig beeinflussten Waldböden. Alle relevanten Stoffflüsse und Prozesse zu erfassen, die den genannten Veränderungen zugrunde liegen, und zukünftige Entwicklungen zu prognostizieren, stellt methodisch eine Herausforderung dar.

Diese Session richtet sich an Beiträge, die auf die klassischen bodenphysikalisch Transportprozessen in Böden eingehen, deren methodischer Erfassung und modelltechnischer und konzeptueller Erfassung, sowie der langfristigen Veränderungen von Böden und mit der Prognose zukünftiger Entwicklungen befassen. Methodische Beiträge zur Messung Überwachung und Modellierung von Stoffflüssen und -vorräten sind ebenfalls willkommen.

Die Session ist als Doppelsession angelegt mit jeweils einem Fokus auf Agrarökosystemen und Waldökosystemen. Hierbei wollen wir die Unterschiede und Gemeinsamkeit im Umgang mit Feld und Wald eingehen.

 

Kommission III (Bodenbiologie und Bodenökologie)

K III mit AG Waldböden und
  AG Humusformen

Bodenökologie: Zusammenhänge zwischen Biodiversität, Funktionen und Aktivität von Bodenorganismen
Die Lebensgemeinschaften in Böden zeichnen sich durch eine sehr hohe Diversität aus. Gleichzeitig sind sie für eine Vielzahl an Prozessen im Boden verantwortlich. Inwieweit Diversität und Funktion unmittelbar miteinander verknüpft sind und welche Organismen wann und wo aktiv sind ist bislang weitestgehend ungeklärt. Willkommen sind Beiträge, die sich mit den Wechselwirkungen von Diversität, Funktion und Aktivität sowie deren Rolle für die Bodenökologie befassen, gerne auch mit einem methodischen oder konzeptionellen Schwerpunkt. Eine Teilsession wird den Schwerpunkt „Biodiversität und biologische Aktivität von Waldböden“ haben und richtet sich an Beiträge, deren Ziel es ist zu einem besseren Verständnis der Funktion von Bodenorganismen in biogeochemischen Stoffkreisläufen von Waldböden beizutragen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Analyse von Hotspots der biologischen Aktivität und der Stoffumsätze in Waldböden, wie der Rhizosphäre und der Humusauflage.

K III

Ökologische Theorien in der Bodenökologie: Anwendung und Limitierung
Die Untersuchung bodenökologischer Prozesse ist u.a. aufgrund der kleinräumigen Skala, auf der relevante Prozesse stattfinden, variabler Habitateigenschaften oder der großen Biodiversität ein komplexes Unterfangen. Ökologische Theorien und Konzepte wie z.B. Resilienz, funktionelle Redundanz, Stöchiometrie, C-Nutzungseffizienz oder Räuber-Beute Beziehungen in Nahrungsnetzen können helfen, die Komplexität des Bodens besser zu verstehen und die Ergebnisse bodenökologischer Untersuchungen in einen größeren Kontext zu stellen. Willkommen sind Beiträge, die ökologische Theorien und Konzepte auf bodenökologische Studien anwenden, ihre Limitierungen oder Weiterentwicklungsmöglichkeiten aufzeigen und mögliche Einflussfaktoren untersuchen. Dies können sowohl experimentelle als auch theoretische oder Modellierungsstudien sein. Willkommen sind explizit auch Beiträge zur Ökologie der Bodenfauna.

K III mit K IV, K VI

Einfluss von Bodendegradation und Bodenmanagement auf Bodenorganismen
Bodenorganismen sind maßgeblich an einer Vielzahl von Bodenfunktionen (z.B. Kohlenstoffspeicherung, Nährstoffumsatz) beteiligt. Dieses Symposium soll ein Forum für Beiträge bieten, die den Einfluss der menschlichen Nutzung von Böden (z.B. Düngung und Bodenmanagement) auf die Funktion und Diversität von Bodenorganismen untersuchen und somit wesentlich zum Verständnis von Bodenfunktionen und deren Vorhersagbarkeit beitragen. Auch Strategien für die langfristige Erhaltung der Bodenfunktionen unter diesen Bedingungen sollen Thema dieses Symposiums sein. Willkommen sind explizit auch Beiträge zur

 

K III mit KI und KIII

Chair: Tim Eickenscheidt, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Institut für Ökologie und Landschaft

Der anthropogene Klimawandel stellt die land- und forstwirtschaftliche Produktion vor nie dagewesene Herausforderungen. Die nachhaltige Bewirtschaftung von organischen Böden, insbesondere von Mooren, könnte einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase leisten. Bisher ist allerdings ungeklärt, welche Treibhausgas-Minderungspotentiale sich bei einer nachhaltigen Bewirtschaftungsweise (z.B. Paludikulturen) tatsächlich ergeben, inwieweit natürliche und bewirtschaftete Ökosysteme auf organischen Böden resilient gegenüber den prognostizierten Klimaveränderungen (Temperaturanstieg, Veränderung des Niederschlagregimes) sind, bzw. inwieweit diese die Stoffflüsse verändern und welche Anpassungsstrategien zukünftig bestehen. Die Session richtet sich dabei sowohl an kleinskalige, prozessorientierte Fragestellungen bis hin zu überregionalen und anwendungsorientierten Feldstudien.

K III

Freie Themen

Unter den freien Themen aus der Bodenbiologie und Bodenökologie bitten wir um die Einreichung von Vortrags- und Posterbeiträgen zu bodenbiologischen und bodenökologischen Themen, die sich nicht einem der speziellen Symposien zuordnen lassen. Dies können z.B. Anwendungen mit bodenbiologischem Bezug, Arbeiten mit einem Fokus auf Bodenfauna und deren Wechselwirkungen, aber auch methodische Beiträge aus der Bodenbiologie und Bodenökologie sein.

 

Kommission IV (Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenernährung)

K IV mit K I, K II und K III

Rhizosphärenforschung - Die Relevanz von Skalen

Die Rhizosphäre als der Raum, in dem Boden und Pflanzen zusammenkommen, ist von besonderem Interesse. (In situ)-Messung und Modellierung des Wurzelraum finden sowohl zeitlich als auch räumlich auf verschiedenen Skalen statt. Für ein besseres Verständnis der chemischen, biologischen und physikalischen Prozesse und deren Interaktionen in der Rhizosphäre ist es notwendig, die Erkenntnisse der verschiedenen Skalen zusammen zu bringen. Daher sind in der Session besonders Beiträge erwünscht, die Skalenübergänge thematisieren, aber auch Beiträge zur Bedeutung von Rhizosphärenprozessen für Wasser und (Nähr)Stoffdynamik, Pflanzengesundheit, C-Speicherung, sowie für die Strukturbildung, zu innovativen Analysemethoden und zu Visualierungstechniken.

The rhizosphere, as the space of interaction between soil and plants, is of particular interest. (In situ) measurements and modelling of the root space take place on different scales in time and space. For a better understanding of the chemical, biological and physical processes and their interactions in the rhizosphere it is necessary to bring together the knowledge of the different scales. Therefore, in this session we primarily ask for contributions in which cross some of these different scales, but furthermore we also ask for contributions on the importance of rhizosphere processes for water and nutrient dynamics, plant health, C-storage and structure formation. Contributions on innovative analytical methods and visualization techniques are also welcome.

K IV mit K I

Grenzen überwinden - Boden und Pflanze zusammenbringen – Untersuchungen und Modellierung zu zeitlichen und räumlichen Skalenübergängen 

Die Nährstoffverfügbarkeit im Boden für Pflanzen wird durch viele Faktoren beeinflusst. Erkenntnisse stammen vielfach aus dem Labor bzw. aus punktuellen Untersuchungen. Eine Übertragung ins Freiland und in die Fläche bzw. Zeit ist noch immer eine Herausforderung. Diese Session will Skalenübergänge thematisieren und dabei auch Fragen zur praktischen Anwendung adressieren (Wie lassen sich Mineralisation und Pflanzenbedarf aufeinander abstimmen?). Sensorische Methoden (Proximal- und Fernerkundung) können die moderne Landwirtschaft unterstützen und bieten der Wissenschaft die Möglichkeit, Skalenübergänge zu untersuchen (von Punktmessungen bis Satellitenerkundungen). Dabei helfen auch mathematische Modelle, mit denen Wechselwirkungen zwischen Prozessen der Boden-Pflanzen-Interaktion analysiert und unser Prozesswissen verbessert werden kann. Sie ermöglichen zusätzlich die Vorhersage hypothetischer Zustände von Boden-Pflanze-Systemen unter sich ändernden Randbedingungen. Die seit kurzem verfügbare BÜK200 ermöglicht deutschlandweite Simulationen auf einer neuen Qualitätsebene.

Diese Themen können Ausgangspunkt sein für Beiträge (i) über den Umgang mit Unsicherheiten in der Modellanwendung (ii) über eine neue Generation von hochauflösenden Bodenkarten, oder Beiträge die (ii) mit Hilfe von Sensorik oder Modellen räumliche und zeitliche Skalenübergänge im Zusammenspiel von Boden und Pflanze untersuchen.

The availability of nutrients for plants in soils is influenced by many factors. Findings often originate from the laboratory or from selective point-scale investigations. Transfer to the field and to larger areas or time is still a challenge. This session will address scale transitions and also questions of practical application (How can mineralisation and plant requirements be coordinated?). Sensory methods (proximal and remote sensing) can support modern agriculture and offer science the possibility to investigate scale transitions (from point measurements to satellite surveys). Mathematical models, which can be used to analyse interactions between soil-plant interaction processes and improve our knowledge of processes, also help in this respect. They allow the prediction of hypothetical states of soil-plant systems under changing boundary conditions. The recently available BÜK200 enables Germany-wide simulations at a new level of quality. Contributions are welcome which (i) aim towards a new generation of high-resolution soil maps, (ii) use sensor technology or models to investigate spatial and temporal scale transitions in the interaction between soil and plants and (iii) how to deal with uncertainties in model application..

K IV mit K III, K VI

Einfluss von Bodendegradation und Bodenmanagement auf Bodenorganismen

K IV mit K I, K II

Organische Böden im Kontext des Klimawandels: Treibhausgas-Minderungspotentiale und Anpassungsstrategien

K IV

Freie Themen
In dieser Session sind alle Untersuchungen aus dem Bereichen Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenernährung willkommen die nicht in die vorangegangenen Sessions passen. Thematische Beispiele sind: Symbiotisch fixierter Stickstoff, Düngungssysteme, Maximierung der Nährstoffnutzungseffizienz, Effektive Mikroorganismen, Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion, gezieltes Management der organischen Substanz (inkl. Pflanzenrückstände), Erhöhung des Nährstoffrückhaltevermögen der Böden. Können wir durch die Koppelung der Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe (und P, S…) die langfristige Nährstoffnutzungseffizienz erhöhen?

AG Bodengase mit K I, K II, K III,
  AG Waldböden

Wälder und landwirtschaftliche Böden: Quelle oder Senke von Treibhausgasen?

Chair: Caroline Buchen-Tschiskale, Thünen-Institut, Institut für Agrarklimaschutz und Martin Maier, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Abteilung Boden und Umwelt

Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen zu befriedigen und gleichzeitig die Emission von Treibhausgasen zu verringern. Insbesondere die landwirtschaftliche Bearbeitung des Bodens, Stickstoffdüngemittel und die Tierhaltung sind entscheidende Emissionsquellen für die Treibhausgase. Um die THG-Emission landwirtschaftlich genutzten Böden zu verringern, müssen die zugrundeliegenden Prozesse und ihre hohe räumliche und zeitliche Variabilität verstanden und quantifiziert sein. Waldböden sind ein wichtiger Teil des Kohlenstoffspeicher Wald und spielen daher eine entscheidende Rolle für mögliche Klimaschutzstrategien. Während Bäume (oberirdischer Kohlenstoff) schnell quantifiziert werden können, ist die Bestimmung von Totholz und unterirdischen Kohlenstoff deutlich anspruchsvoller, aber genauso wichtig. Waldböden können zudem substantielle Quellen und Senken für Methan und Lachgas sein. Einzelne Bereiche des Waldökosystems (z.B. Totholz, Bodenfauna, Humus, Stammoberflächen oder Blätte)r können unterschätzte oder unerkannte Hotspots darstellen. Wir freuen uns über Beiträge von kleinskaligen bis großskaligen Prozess-, sowie Modellierungs- und Regionalisierungstudien.

 

Kommission V (Bodengenetik, Bodensystematik, Bodeninformation)

K V

Bodengenetik und regionale Bodenkunde / Soil Genesis and regional Soil Science
Bodenbildende Prozesse nach Art und Intensität, aber auch menschliche Eingriffe in den Natur- und Landschaftshaushalt führen zur Bildung und Umbildung von Böden. Aktuelle Arbeiten zu bodenbildenden und bodenprägenden Prozessen – auch in einzelnen Regionen oder Landschaften – sollen diskutiert werden.

K V

Digitale Bodeninformation / Digital Soil Information
n dieser Session sollen Verfahren zur Aufbereitung, Verarbeitung sowie Bereitstellung von Bodendaten für eine spätere Nutzung der Fach- und Anwenderöffentlichkeit vorgestellt werden. Dies bezieht sich sowohl auf Entwicklungen in der Bodenkartierung und Bodenbeschreibung als auch auf die Qualitätsbewertung sowie die Entwicklung von Geodatenbanken. Einen breiteren Raum sollen Entwicklungen der Visualisierung und Weitergabe von thematisch aufbereiteten Bodendaten an Dritte (Web GIS, INSPIRE) einnehmen.

K V mit AG Bodensystematik

Boden- und Substratsystematik / Soil and Substrates Systematics
Die Bodensystematik (und mit ihr die Horizontsymbolik) wurde strukturell stark überarbeitet und um einige Böden ergänzt, ebenso wurde die Substratsystematik überarbeitet und ergänzt und in neuer Form dargestellt. Alle Neuerungen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Daneben soll neuen Vorschlägen für die Boden- und Substratsystematik, für eine Bodengesellschaftssystematik sowie Entwicklungen in der internationalen Bodenklassifikation Raum gegeben werden. Nicht zuletzt soll es um die Frage gehen, wie Boden- und Substratsystematik als Grundlage für die Verallgemeinerung von Bodenwissen dienen können.

K V

Bodenkundliche Kartieranleitung (KA6) und Bodenbeschreibung / Soil Mapping Guidelines (KA 6) and Soil Description
Die sechste Auflage der Bodenkundlichen Kartieranleitung bringt neue Inhalte in einer komplett überarbeiteten Struktur. Alle Neuerungen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Darüber hinaus soll reflektiert werden, wie Bodenansprache und –beschreibung verbessert werden können, um den Datenbedarf an Eingangsparametern für Auswertungsmethoden und Modellanwendungen zu stillen, und die Möglichkeiten und Grenzen moderner Datenerhebung im Gelände ausgelotet werden.

K V

Freie Themen / Free Topics
Alle Themen, die unter die Kommissionsthemen Bodengenetik, Bodensystematik oder Bodeninformation fallen oder in das Themengebiet einer ihrer Arbeitsgruppen, aber nicht in die speziellen Sitzungsblöcke passen, sind hier willkommen.

AG Bodenschätzung und -bewertung

Digitaler Nachweis der Bodenschätzung in den Bundesländern und deren Auswertung für die Bodenfunktionsbewertung; moderne Ansätze zur Boden- und Standortbewertung / Digital Verification of Soil Evaluation in the Federal States and its Evaluation for Soil Function Assessment; Modern Approaches to Soil and Site Evaluation

Die Bodenschätzung ist die einzige flächendeckend mit hoher Auflösung vorliegende großmaßstäbige Kartierung für die landwirtschaftlichen Nutzflächen Deutschlands. Voraussetzung für deren Verwendung, etwa in den Bodeninformationssystemen (BIS) der Bundesländer, ist es, dass die Punkt- und Flächendaten konsistent und qualitätsgesichert vorliegen. In Zukunft wird nicht nur der digitale Nachweis im Kataster, sondern auch die Führung in einer eigenen Fachschale an Bedeutung gewinnen. Es existieren unterschiedliche Ansätze, um die Bodenschätzung zur Bewertung von Bodenfunktionen zu nutzen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Nutzung.

Eine moderne Boden- und Standortbewertung ist eine anspruchsvolle interdisziplinäre Aufgabe. Dabei gewinnen auch moderne Techniken wie Fernerkundung und Drohneneinsatz an Bedeutung. Dies gilt nicht nur für ökologische Fragestellungen, sondern auch für ganz praktische Fragen der Bewirtschaftung, wie etwa beim Precision Farming.

AG Urbane Böden mit K V, K VI

Urbane Böden 2021: kartieren, verstehen, bewerten und schützen / Urban Soil 2021: Map, Understand, Assess and Protect

Nicht erst durch Einführung der Bodenschutzgesetzgebung stellt die bodenkundliche Kartieranleitung die wesentliche Grundlage bei der skalenübergreifenden Kartierung von Böden im urbanen Raum dar. Deren Neuauflage ist zurzeit in Vorbereitung und wird dazu beitragen, bislang bestehende Grenzen bei der Anwendung auf Böden im urbanen Raum zu überwinden. Die engräumige Heterogenität der Standort- und Bodenmerkmale macht es erforderlich, das Vorgehen bei der Kartierung fallbezogen und ausgehend von den aktuellen Erfahrungen aus Forschung und Praxis anzupassen sowie um „urbane“ standörtliche und bodenbezogene Parameter zu erweitern.

In dem Symposium „Urbane Böden 2021: kartieren, verstehen, bewerten und schützen“ sollen aktuelle Projekte aus der Praxis verbunden mit innovativen Entwicklungen und Planungen zur Bodenkartierung, Bodengenese, Bewertung der Bodenfunktionen und zum Bodenschutz beim Bauen im urbanen Raum gebündelt vorgestellt werden.

AG Boden u.AG Archäologie mit AG Paläopedologie, K VIII

Bodenkunde im Kontext archäologischer Maßnahmen / Soil Science in the Context of Archaeological Activities
Im Rahmen unserer gemeinsamen Session sollen neue Ergebnisse aus den Bereichen Geoarchäologie und Paläopedologie vorgestellt werden. Auf archäologischen Ausgrabungen entwickeln sich oft Fragen, die originär bodenkundliches Fachwissen erfordern. Durch die Grabungen werden aber auch hervorragende Bodenaufschlüsse geschaffen, die es Bodenwissenschaftlern ermöglichen, aktuelle Bodenbildungen, (prä-) historische Bodenverhältnisse, pedogenetische Prozesse und anthropogene Überprägungen in einem großen Kontext zu studieren. Paläoböden können als wichtige terrestrische Archive darüber hinaus Einblicke in die pleistozäne Umwelt- und Klimageschichte des Paläolithikums geben.

AG Digital Soil Mapping

Nah- und Fernerkundung in der Bodenkunde/Proximate and Remote Sensing in Soil Science

Der Einsatz von Nah- und Fernerkundungstechnologien und –daten gewinnt für die bodenkundliche Fragestellungen zunehmend an Bedeutung. Dies liegt einerseits an der stetig steigenden Verfügbarkeit und Genauigkeit solcher Daten und andererseits an den ebenso steigenden Datenverarbeitungskapazitäten sowie verbesserten Algorithmen und Sensoren. Diese Session wendet sich an alle, die mit geophysikalischen Naherkundungsdaten und Fernerkundungsdaten in der Anwendung arbeiten.

AG Digital Soil Mapping

Digital Soil Mapping: Neue Methoden in Forschung und Anwendung/New methods in Research and Application

Digital Soil Mapping umfasst ein sehr weites Feld in der Forschung wie auch der Anwendung. Das Spektrum reicht von der Beschreibung von punktuellen Betrachtungen und Modellen bis hin zur Analyse von Boden-Landschaftsbeziehungen auf globaler Ebene, von der Aufarbeitung von Altdaten bis hin zu Fragen des Big Data sowie von der Entwicklung neuer Data Mining Verfahren hin zur praktischen Anwendung in Landesämtern und Ingenieurbüros. Die Auswahl der jeweiligen Methoden und Daten richtet sich dabei nach den spezifischen Fragestellungen und Erfordernissen in den Bereichen Bodenkunde, Hydrologie, Forstwirtschaft und Landwirtschaft. Diese Session bietet ein Forum neue Methoden und Anwendungsbeispiele aus dem Bereich des Digital Soil Mappings mit einem breiten Anwenderkreis aus Forschung und Praxis zu diskutieren.

 

Kommission VI (Bodenschutz und Bodentechnologie)

K VI

Vorsorgender und nachsorgender Bodenschutz auf regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene

K VI

Bodenerosion als bodenbildender Faktor und monetäre Dimension

K VI mit K V, K VIII

Bodenkundliche Baubegleitung im wissenschaftlichen Kontext - von der Bewertung, über die Planung bis zur Umsetzung beim Bau (Symposium)

K VI mit K VIII

Bodenschutz und Naturschutz – integrieren statt trennen (Symposium) 

Fragen an Landwirte, Forstwirte und Naturschützer:

  1. Wir wollen das Bodenverständnis von Naturschützern, Waldbauern und Landwirten aus dem konventionellen bis Ökolandbauspektrum kennenlernen. Dabei soll über ein bestehendes oder aufzubauendes gemeinsames Bodenverständnis gesprochen werden.
  2. Der Naturschutz braucht die Inklusion des Bodens wie auch oft landwirtschaftlichen Fachwissens in sein konzeptionelles Verständnis – und die Landwirtschaft braucht mehr Boden-Einblicke und Naturschutzwissen. Wie können Wege vom reinen Artenschutz zum Ökosystemschutz beschritten werden, die auch den Boden und die Diversität des Bodenlebens berücksichtigen?
  3. Was kann der Bodenschutz vom oft viel verbindlicheren Naturschutz lernen?

K IV

Freie Themen

 

Kommission VII (Bodenmineralogie)

K VII

Sekundäre Bodenminerale: Struktur, Bildung, Umwandlung und Reaktivität
Sekundäre Minerale wie Tonminerale und Sesquioxide beeinflussen entscheidend die ökologischen Eigenschaften von Böden. So kontrollieren sie zum Beispiel die Verfügbarkeit von Nähr- und Schadstoffen für Pflanzen durch Auflösungs-, Sorptions- sowie Redoxreaktionen oder steuern die Gefügebildung durch Quellungs- und Schrumpfungsprozesse sowie als Kittsubstanzen. Trotz ihrer großen Bedeutung sind viele Aspekte ihrer Struktur, Bildungsbedingungen, Umwandlungsreaktionen und Reaktivität in Böden noch ungeklärt. Die Sitzung soll daher einen Überblick über neue Erkenntnisse zu sekundären Bodenmineralen geben.

K VII mit K II, K III

Die Mineralosphäre als Hotspot von Nährstoffdynamik und biologischen Umsatzprozessen
Wo sich im Boden Mikroorganismen und reaktive Bodenminerale begegnen, kommt es zu einem komplexen Wechselspiel von mikrobieller Besiedlung, Sorption bzw. Freisetzung organischer Substanz und Nährstoffen sowie Verwitterung. Das Ergebnis ist eine einzigartige, jedoch bislang wenig verstandene Umgebung, die Mineralosphäre, welche unmittelbar Speicherung, Verfügbarkeit und Umsetzung von Kohlenstoff und Nährstoffen im Boden beeinflusst. Wir bitten um Beiträge, die helfen können, ein besseres Verständnis der Mineralosphäre zu erzielen.

K VII

Freie Themen

 

Kommission VIII (Boden in Bildung und Gesellschaft)

K VIII mit K VI

Öffentlichkeitsarbeit für Bodenschutz

K VIII mit K VI

Bodenschutz in der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung (Symposium)

K VIII

Freie Themen (inklusive Boden in Kunst, Kultur und Religion)

KVIII mit AG Boden in Lehre und Unterricht Böden in Lehre und Unterricht

Traditionell ist "Bodenlehre" im Geographie- oder Natur- und Technikunterricht angesiedelt. Die Zeitfenster dafür sind aber minimal. Wie können bodenkundliche Inhalte innovativ mit anderen Fächern verknüpft werden?

K VIII mit AG Geschichte der
  Bodenkunde

Geschichte der Bodenkunde und ihre ideologiekritische Reflexion
Von der Biografie zum Zeitstrahl: Welche zentralen Erkenntnisse, Schulen und Zeitströmungen wirkten in der historischen Entwicklung, zum Teil auch heute (auch mit Blick auf die DBG-Geschichte während der NS-Herrschaft).