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Trauer um Dr. Otto Wittmann

Am 25. November 2018 verstarb unser langjähriges Arbeitsgruppen-Mitglied und unser langjähriger Vorsitzender Dr. Otto Wittmann im Alter von 90 Jahren.

Otto Wittmann, gebürtig im mittelfränkischen Gunzenhausen, studierte Landwirtschaft mit Schwerpunkt Bodenkunde und ging nach dem Referendariat zunächst einer praktischen Tätigkeit im ehemaligen Südwestafrika nach. Schon 1957 trat er dann in das Bayerische Geologische Landesamt ein, wo er sogleich mit der bodenkundlichen Kartierung fränkischer Weinberge beauftragt wurde. Nach weiteren bodenkundlichen und auch geologischen Kartierungen wurde ihm 1973 die Leitung der Abteilung Bodenkunde anvertraut. Er hat sich besonders für die ökologischen Standorteigenschaften der Böden interessiert und daher die Standortkundliche Bodenkarte von Bayern konzipiert. Otto Wittmann hat frühzeitig die Bedeutung von Bodenkarten als unverzichtbares Werkzeug für den Bodenschutz erkannt und entsprechende Weichen gestellt, unter anderem mit seiner Konzeption des „Bodenkatasters Bayern“.

Im Jahr 1989 wurde er zum Präsidenten des Bayerischen Geologischen Landesamtes ernannt. Er bekleidete dieses Amt bis zu seinem Ruhestand 1993. In seine Amtszeit fällt die Entwicklung eines alle geowissenschaftlichen Disziplinen umfassenden Bodeninformationssystems.

Über mehr als zwei Jahrzehnte war Otto Wittmann in der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft und dort insbesondere in der Arbeitsgruppe Bodensystematik aktiv, der er von 1977 bis 2001 als Mitglied angehörte. Von 1989 bis 2000 und damit weit über seinen Ruhestand hinaus war er Vorsitzender dieser Arbeitsgruppe. An der 1. bis 4. Auflage der Bodenkundlichen Kartieranleitung hat er entscheidend  mitgewirkt, bei KA2 und KA3 als Mitglied im federführenden Kartierausschuss. Federführend war er auch an Band 86 der DBG-Mitteilungen beteiligt und er war Tagungspräsident der DBG-Jahrestagung 1975 in Regensburg. Zahlreiche Hilfestellungen gewährte Herr Wittmann auch dem 1976 an der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften der Universität Bayreuth eingerichteten Lehrstuhl für Bodenkunde und Bodengeographie.

In seine Zeit als AG-Vorsitzender fällt die Wiedervereinigung. Mit großem Engagement verfolgte er das Ziel die unterschiedlichen Klassifikationssysteme zu vereinheitlichen. Bereits im November 1990 lud er Bodenkundler aus den neuen Bundesländern zu einer ersten gemeinsamen Sitzung nach München ein und legte damit den Grundstein für eine gemeinsame Bodensystematik und eine einheitliche Substratsystematik auf der Grundlage der ostdeutschen Gliederung.

Für seine Verdienste um Bodenkunde und Bodenschutz hat Dr. Otto Wittmann am 1. Dezember 1993 das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst und den diversen Gremien widmete er sich, solange es sein Augenlicht zuließ, der Aquarellmalerei und publizierte unter dem Titel „Altmühlfränkische Impressionen“ seine Werke in einem Bildband mit bodenkundlich-geologischen Bezügen zu seiner alten Heimat.

Er bleibt uns als engagierter Freund, Kollege und Förderer, der es verstand, mit viel Wissen und Ideenreichtum die Bodenkunde voranzubringen, in bester Erinnerung.

Reinhard Jochum für die AG Bodensystematik

 

 

Die nächsten Treffen der AG Bodensystematik

finden im im Januar 2019, voraussichtlich in Hohenheim, und im Juni 2019, voraussichtlich in Hannover, statt. Anregungen und Anfragen bitte an Einar Eberhardt - Mailkontakt.

 

Die gültige Fassung der deutschen Bodensystematik ist in der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 5. Auflage, veröffentlicht.

Die aktuelle Fassung der Weltbodenklassifikation World reference base for soil resources WRB 2014 update 2015 kann als pdf-Dkokument heruntergeladen werden. 

Link zum Download.

  

Niedermoor aus stark zersetztem Torf
Durchrieselungsmoor an der Ederquelle/Rothaargebirge