Arbeitsgruppe Waldböden

Ungefähr ein Drittel der Landesfläche Deutschlands ist mit Wäldern und Forsten bedeckt. Waldböden machen daher einen erheblichen Flächenanteil der Böden Deutschlands aus und prägen mit ihren Bodenfunktionen (z.B. Regler-, Puffer-, Filter- und Transformationsfunktion) den Wasser- und Stoffhaushalt von Landschaften und Naturräumen maßgeblich. Sie weisen relativ zu landwirtschaftlich genutzten Böden und insbesondere zu Böden, die als Siedlungs- oder Verkehrsflächen dienen, vergleichsweise geringe anthropogene Veränderungen auf und sind somit zentrale, schützenswerte Kompartimente relativ naturnaher Lebensräume und Ökosysteme.

Jahrtausendelange menschliche Besiedlung in Mitteleuropa hat allerdings auch die Waldböden – oftmals auf den ersten Blick nur schwer erkennbar – maßgeblich verändert:  Brandrodung, Waldweide, Streunutzung, Köhlerei, Pottasche-gewinnung sowie über viele Jahrhunderte hinweg betriebene Holzernte, oftmals verbunden mit Baumartenwechsel, haben ihre Spuren hinterlassen. In jüngerer Zeit kamen Fernwirkungen der industriellen Revolution sowie der modernen Landwirtschaft (Luftverunreinigungen mit Schwefel, Stickstoff und Säurebildnern) hinzu. Aktuelle Gefährdungen der Waldböden Deutschlands resultieren aus dem Klimawandel sowie einer stark betriebswirtschaftlich ausgerichteten modernen Forstwirtschaft (verstärkte Entnahme von Biomasse zur energetischen Nutzung; hochmechanisierte Holzernte).

 

Von 2008 bis 2015 leitete Prof. Dr. Jörg Prietzel (TU München) die Arbeitsgruppe Waldböden. Durch seine rege Tätigkeit ist es ihm mit großem Erfolg gelungen in diesen Jahren die Sichtbarkeit der Arbeitsgruppe Waldböden innerhalb und außerhalb der DBG beständig zu erhöhen. Im Herbst 2015 habe ich die Leitung der Arbeitsgruppe von ihm übernommen und möchte meinem Vorgänger herzlich danken!

Sandra Spielvogel