Arbeitsgruppe Waldböden

Ungefähr ein Drittel der Landesfläche Deutschlands ist mit Wäldern und Forsten bedeckt. Waldböden machen daher einen erheblichen Flächenanteil der Böden Deutschlands aus und prägen mit ihren Bodenfunktionen (z.B. Regler-, Puffer-, Filter- und Transformationsfunktion) den Wasser- und Stoffhaushalt von Landschaften und Naturräumen maßgeblich. Sie weisen relativ zu landwirtschaftlich genutzten Böden und insbesondere zu Böden, die als Siedlungs- oder Verkehrsflächen dienen, vergleichsweise geringe anthropogene Veränderungen auf und sind somit zentrale, schützenswerte Kompartimente relativ naturnaher Lebensräume und Ökosysteme.

Jahrtausendelange menschliche Besiedlung in Mitteleuropa hat allerdings auch die Waldböden – oftmals auf den ersten Blick nur schwer erkennbar – maßgeblich verändert:  Brandrodung, Waldweide, Streunutzung, Köhlerei, Pottasche-gewinnung sowie über viele Jahrhunderte hinweg betriebene Holzernte, oftmals verbunden mit Baumartenwechsel, haben ihre Spuren hinterlassen. In jüngerer Zeit kamen Fernwirkungen der industriellen Revolution sowie der modernen Landwirtschaft (Luftverunreinigungen mit Schwefel, Stickstoff und Säurebildnern) hinzu. Aktuelle Gefährdungen der Waldböden Deutschlands resultieren aus dem Klimawandel sowie einer stark betriebswirtschaftlich ausgerichteten modernen Forstwirtschaft (verstärkte Entnahme von Biomasse zur energetischen Nutzung; hochmechanisierte Holzernte).

2015 wurde die die Leitung der AG Waldböden von Sandra Spielvogel übernommen, die zuvor über lange Jahre seit 2008 bei Prof. Dr. Jörg Prietzel (TU München) lag. Durch die rege Tätigkeit ist es den Vorsitzenden gelungen in diesen Jahren mit großem Erfolg die Sichtbarkeit der Arbeitsgruppe Waldböden innerhalb und außerhalb der DBG beständig zu erhöhen.

Auf der AG Sitzung der diesjährigen DBG Jahrestagung 2019 im August in Bern wurden Sebastian Löppmann und Martin Maier gewählt, um Sandra Spielvogel zu unterstützen, die so während des kommenden Jahres ihre Nachfolger einarbeiten kann. Gemeinsam geht es nun weiter ins Jahr 2020, in dem uns schon im Frühjahr mit einem Workshop in Göttingen ein erstes Highlight erwartet.

Sandra Spielvogel, Martin Maier, Sebastian Löppmann