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LaPaDu-Workshop erfolgreich in Duisburg beendet

Am 3. und 4.11.2016 fand im Landschaftspark Duisburg-Nord (LaPaDu) der Workshop der Kommissionen VI, V und VIII, AG Bodensystematik und Urbane Böden zu dem Thema „Beschreibung Technogener Böden an einem ehemaligen Hüttenwerkstandort“ statt. (BOOKLET)

Herr Winkels, Management des LaPaDu, gab an Tag 1 der Veranstaltung zunächst einen Überblick zu Daten und Fakten sowie zur Entstehungsgeschichte des Landschaftsparks Duisburg-Nord. In mehreren Fachvorträgen erhielten die ca. 20 Teilnehmer des Workshops Informationen zu der naturschutzrechtlichen Sonderstellung (Peter Keil, Biologische Station Westliches Ruhrgebiet) des Landschaftsparks, sowie zu bodenkundlichen Charakteristika dieses Sonderstandortes, insbesondere im Hinblick auf die Einordnung in die derzeitige deutsche Bodenklassifikation (KA5). Hierzu gehörten Fachbeiträge von Wolfgang Burghardt, Universität Duisburg-Essen, Gerhard Milbert, Geologischer Dienst NRW, Dieter Kühn, Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, Lutz Makowsky, Hochschule Osnabrück, Michael Kastler, ahu Aachen und Bernd Steinweg, Kreis Viersen. Die Zuordnung technogener Böden nach KA5 stellt nach wie vor eine Herausforderung dar und legt zudem zahlreiche Fragen offen, darunter: Wie können technogene Böden eindeutig benannt werden? Welche Rolle spielen Substrate? Welche Bodenformen können definiert werden?

Basierend auf den an Tag 1 erarbeiteten theoretischen Grundlagen, wurde anhand von Bodenprofilen im Gelände verdeutlicht, dass insbesondere vorherrschende Bodensubstrate, wie z.B. Schlacken, Aschen oder Abraum, eine wesentliche Rolle bei der bodenkundlichen Kennzeichnung spielen. Lutz Makowsky, Bernd Steinweg und Gerhard Milbert stellten u.a. die Bodenprofile „Aschenbuddel“, „Steilklippe“, „Rote Erde“ und „Schwarz-Rot-Gold“ vor und verwiesen auf genetische Parallelen zu z.B. Vulkanascheböden. Peter Keil deutete darauf hin, dass ebenso anhand der Vegetation bzw. der Sukzessionstadien der Zustand und Eigenschaften des jeweiligen Bodens an einem Standort herleitbar sind. Im Wesentlichen stellen der pH-Wert sowie die Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit wichtige Einflussfaktoren dar. Nach der morgendlichen Exkursion an Tag 2 wurde in einer anschließenden offenen Diskussionsrunde Ideen für einen Bodenlehrpfad diskutiert und zusammengestellt. Frau Sobczak, Stadt Gelsenkirchen, stellte hierfür ergänzend den „Biomassepark Hugo“, zu dem ebenfalls ein Umwelt- und Bodenlehrpfad gehören, vor.

Die gesammelten Erfahrungen und Vorschläge werden in naher Zukunft in ein Konzept für einen Bodenlehrpfad eingehen und somit die Pläne für einen Erlebnispfad am Standort Landschaftspark Duisburg-Nord mit Unterstützung der Parkleitung konkretisieren. Darüber hinaus zeigte die Charakterisierung der technogenen Bodenprofile vor Ort, dass diese nur unzureichend mittels der KA5 beschrieben werden können; im Hinblick auf die Novellierung der KA6 wird dies zu berücksichtigen sein.

Der Workshop erfüllte nicht nur die Erwartungen, sondern ging darüber hinaus! – Es bleibt nun abzuwarten, was sich aus dem Engagement und den vielen Ideen für einen Bodenlehrpfad an diesem Sonderstandort in Zukunft entwickeln wird! Es bleibt spannend…

Vielen Dank an alle Beteiligten! Es hat uns viel Freude bereitet!

Im Namen des gesamten LaPaDu-Workshop-Orga-Teams,

Wibke Baumgarten

 

 

 Das LaPaDu-Workshop-Team (Foto: Sergey Grobov)

 

Nachruf Silke Höke

Am 10. Mai 2016 verstarb unsere liebe und sehr geschätzte Kollegin Frau Dr. Silke Höke.

Sie war eine überdurchschnittlich engagierte Bodenwissenschaftlerin, die sich voll und ganz für den Bodenschutz in Deutschland sowie auf der EU-Ebene eingesetzt und vieles in Bewegung gebracht hat.

Im Hinblick auf den geplanten Workshop in Duisburg, der Anfang November 2016 stattfinden wird, ist es jedoch meine traurige Pflicht als Vorsitzende der Kommission VI darauf hinzuweisen, dass Frau Dr. Höke diesen leider nicht mehr mitgestalten wird. Sie hatte die Veranstaltung maßgeblich mit initiiert; daher soll der Workshop auch in ihrem Sinne durchgeführt werden.

gez. W. Baumgarten

Der Nachruf ist für Mitglieder auf der Homepage der DBG erreichbar